On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/RheinMain

Verbundprojekt für saubere Luft im RMV

Das Projekt "On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/RheinMain" ist aktuell eines der größten On-Demand-Vorhaben in Europa. Das Innovationsprojekt soll zur NO2-Reduktion im öffentlichen Raum und damit für saubere Luft für alle Bürgerinnen und Bürger beitragen. Dadurch, dass Angebotslücken im ÖPNV mit emissionsfreien Fahrzeugen geschlossen werden, trägt das Vorhaben maßgeblich zu einer nachhaltigen Mobilität bei. Zum ersten Mal wird ein solches Projekt in Deutschland über mehrere Gebietskörperschaften hinweg und mit einheitlichen Standards realisiert. Die Standardisierung einzelner wichtiger Service-Bestandteile führt zu einem Mehrwert für die Kunden und Partner. 

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie des Landes Hessen realisiert der Rhein-Main-Verkehrsverbund zusammen mit zehn Partnern das zukunftsweisende Verkehrsprojekt für das Rhein-Main Gebiet:

Förderprogramm und Laufzeit

Im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017 - 2020“ wird das Projekt durch das Förderprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit rund 27 Millionen Euro unterstützt.

Es ist mit einer Laufzeit von 2019 bis 2024 angesetzt. Die ersten Umsetzungen starten Anfang 2021, im Laufe des Jahres werden die weiteren Partner ihre Projekte beginnen. 

Synergieeffekte durch Zusammenarbeit

Gemeinsame Bestandteile aller Projekte sind eine übergeordnete Plattform zur Information, Buchung und Bezahlung sowie eine zentrale Anlaufstelle für den Kundenservice, welche die lokalen Kundenkontaktpunkte ergänzt. Ein verbundweiter Tarifrahmen, gemeinsame Beförderungsbedingungen und eine gemeinsame White-Label-App tragen zur Vereinheitlichung der Systeme bei.

Trotz aller Gemeinsamkeiten der Projekte soll aber der lokale Charakter der teilnehmenden Regionen gewahrt werden.

Besonderheiten des Verbundprojekts

Mehrere Pilotprojekte im RMV werden mit gleichen Standards (in ausgewählten Bereichen wie zum Beispiel Tarif und Kundenservice) und im gleichen Zeitraum realisiert und anschließend evaluiert. Von der Standardisierung erhofft man sich insbesondere für den Fahrgast viele Vorteile, da sich dieser zukünftig beispielsweise nur einmal registrieren muss und dann alle Angebote nutzen kann.

Die Heterogenität der teilnehmenden Regionen ermöglicht einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu den Erfolgsfaktoren von On-Demand-Mobilität.

 

Chancen und Ziele des Projekts

Das Innovationsprojekt "On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/Rhein-Main" bietet den teilnehmenden Partnern große Chancen, ein neues Mobilitätsangebot an der Nahstelle zwischen ÖPNV und motorisiertem Individualverkehr zu etablieren und damit neue Kundengruppen anzusprechen. Bestehende Angebote können effizienter und attraktiver gestaltet werden, perspektivisch Fahrten im Individualverkehr vermieden und in privaten Haushalten der Zweitwagen ersetzt werden.

Ein wesentlicher Umwelteffekt wird durch die zu 100% emissionsfreie Fahrzeugflotte entstehen, die rein batterieelektrisch oder mit Wasserstoffantrieb fährt. 

Der RMV und die Projektpartner DADINA, HEAG mobilo, HSB, kvgOF, Limburg, LNVG, MTV, RTV, traffiQ haben in EU-weiten Ausschreibungsverfahren die On-Demand-Softwareleistungen an die DB-Tochter ioki vergeben.

Fragen und Antworten

On-Demand-Mobilität soll Fahrgäste bedarfsgesteuert und durch das Zusammenführen mehrerer, individueller Fahrtwünsche schnell und effizient an ihr Ziel bringen. Der linien- und fahrplanunabhängige Verkehr wird auf einer digitalen Plattform organisiert und von den Fahrgästen über eine App gebucht und bezahlt. 

Aufgabe des Rhein-Main-Verkehrsverbundes ist es, die Rahmenplanung für das Verbundvorhaben zentral zu koordinieren und die übergreifende Tarifintegration zu übernehmen. Der RMV übernimmt darüber hinaus die übergeordnete Weiterentwicklung der Software für die Information, Buchung, Disposition und Optimierung der Verkehre. Dadurch sollen künftige Anforderungen und eine tiefere Integration in den bestehenden ÖPNV ermöglicht werden.  

Akteure sind die folgenden Verkehrsgesellschaften und Nahverkehrsorganisationen der Städte und Landkreise:

hierzu zählen Limburg a. d. Lahn (Stadtlinie Limburg), sowie die kvgOF für den Landkreis Offenbach, die MTV für Hofheim, die LNVG GG für Kelsterbach, die DADINA für den Landkreis Darmstadt Dieburg, traffiQ für Frankfurt am Main, die RTV für Taunusstein und die HSB für Hanau. Als assoziierte Partner begleiten die HEAG mobilo für Darmstadt, die ESWE Verkehrsgesellschaft für Wiesbaden und die MVG für Mainz das Vorhaben mit eigenständigen Projektanträgen.

Die Projektpartner beteiligen sich unter anderem an der Integration der On-Demand-Angebote in die übergeordnete Auskunftsplattform des RMV. Bereits beantragte und bewilligte Projekte werden in die Aktivitäten des Gesamtvorhabens integriert. Unter der Konsortialleitung des RMV wollen die Kommunen und Landkreisen ein einheitliches On-Demand-Angebot in Bezug auf Software, Tarif und Vertrieb im Rhein-Main-Gebiet etablieren und damit Vorreiter für neue Mobilitätsthemen sein.

Die On-Demand-Angebote der Partner starten zeitversetzt im Laufe des Jahres, so dass im vierten Quartal 2021 alle zehn Projekte lokal verfügbar sein werden. 

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist einer der größten deutschen Verkehrsverbünde. Er koordiniert und organisiert den regionalen Bus- und Bahnverkehr auf rund 14.000 Quadratkilometern. Das sind rund zwei Drittel der Fläche des Bundeslandes Hessen. Im Verbundgebiet wohnen zirka 5 Millionen Menschen, zählt man die Einwohner in den Übergangstarifgebieten dazu, sind es sogar 6,7 Millionen Menschen. An den Start ging der Verbund 1995. 805 Millionen Fahrgäste bewegte er im Jahr 2019. Damit trägt der RMV maßgeblich zur Entwicklung des Rhein-Main-Gebiets als pulsierende Metropolregion bei.